photokina: 18.–21.05.2022 #photokina

Nachhaltige Papiere auf der photokina 2020

Hahnemühle FineArt Print

Keine Abstriche bei der Qualität: FineArt Inkjet-Papiere aus nachhaltigen Rohstoffen. Foto: Hahnemühle

Nachhaltigkeit ist auch im Premium-Bilderdruck ein Thema. Die kommende photokina zeigt, was Trend ist: Einzigartige FineArt Inkjet-Papiere aus außergewöhnlichen, nachhaltigen Rohstoffen wie Hanf, Bambus und Agave als Alternative zu Papier aus Holz-Zellstoffen. Abstriche bei der Qualität müssen bei „grünen“ Papieren nicht gemacht werden, das zeigen beispielsweise die Natural Line Papiere der Firma Hahnemühle, die ihre Deutschlandpremiere 2020 auf der photokina feiern.

Papiere aus Hanf, Bambus und Agave kommen ohne optische Aufheller aus. Sie bestechen durch ihre jeweils besondere Haptik und Optik und eignen sich damit hervorragend für Künstlerpapiere, wie sie von Hahnemühle seit 1584 hergestellt werden.

Neuentdeckter Klassiker: Hanf

Über Jahrhunderte war Hanf aus der Papierherstellung nicht wegzudenken. Schon 140 v. Chr. wurde in China Papier aus Hanf hergestellt und verbreitete sich von dort um die Welt. Bis zum Jahr 1883 wurden zwischen 75 und 90 Prozent des weltweit genutzten Papiers aus Hanf hergestellt. Durch die Herstellung von Papieren aus Holz-Zellstoffen, die im 19. Jahrhundert entdeckt und perfektioniert wurden, verschwand das Hanfpapier allerdings vom Markt, weil es nicht so massenhaft produziert werden konnte, wie sein Konkurrent.

Das ist auch heute noch angesichts des weiterhin hohen Papierverbrauchs weltweit einer der großen Nachteile von Hanf: Im Vergleich zu pflegeleichten Buchenwäldern, die alle 80 bis 100 Jahre neu gepflanzt werden müssen, brauchen Hanffelder mehr Platz und sie müssen jährlich neu gepflanzt werden. Darüber hinaus ist der Hanfanbau flächendeckend nicht erlaubt – unter ökonomischen Gesichtspunkten stehen Aufwand und Ertrag damit (noch) in keinem Verhältnis.

Papierprodukte aus Hanf

Hanf & Bambus sind ökologisch sinnvolle Alternativen in der Papierherstellung. Foto: Hahnemühle

Ökologisch und qualitativ betrachtet ist Hanf jedoch eine gute Alternative für die Papierherstellung: Er wächst schnell und fast überall ohne besondere Ansprüche an den Boden oder das Klima. Anstatt den Boden auszulaugen, verbessert Hanf die Bodenqualität und kommt ohne Pestizide, Herbizide oder Fungizide aus. Jeder Teil der Pflanze kann verwendet werden – die Samen, die Blätter und die Stängel. Auch Hanf bindet Kohlenstoffemissionen in hohem Maße. Aufgrund seiner extrem robusten Fasern ist Hanf besonders prädestiniert für langlebige Papiere.

Schon die Gutenberg-Bibel und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurden auf Hanfpapier geschrieben, sie sind noch heute im Original in Museen zu bestaunen. Hanfpapier hat einen hellweißen Naturton und kommt aufgrund der hellweißen Hanffasern ohne optische Aufheller aus. Die leicht texturierte Oberfläche verleiht dem Papier eine angenehm samtig weiche Haptik.

Bambus & Agave - Weitere nachhaltige Papieralternativen

Bambuspapier ist naturweiß und warmtonig mit einer weichen, leicht texturierten Filzstruktur. Bambus ist eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt mit bis zu einem Meter Wachstum pro Tag, selbst auf ausgelaugten Böden. Sie wächst 20 bis 30-mal schneller als Holz und kann alle fünf Jahre geerntet werden, ohne die Pflanze zu beschädigen. Darüber hinaus benötigt sie weniger Wasser als andere Nutzpflanzen und braucht keine Düngemittel oder Pestizide. Weitere positive Effekte: Bambus wirft das ganze Jahr über Blätter ab.

So entsteht natürlicher Kompost und verwandelt degradierte Böden in Ackerland. Aufgrund eines starken Wurzelsystems verhindert Bambus die Bodenerosion. Durch die Bindung von CO2, insbesondere in den ersten Wachstumsjahren, reduziert Bambus das Treibhausgas sogar mehr als Holz. Größter Nachteil bislang: Bambus wird nur in China angebaut und nimmt lange Transportwege in Anspruch – eine Belastung für die CO2-Bilanz.

Die aus der Agave gewonnenen Sisalfasern haben einen hellweißen Naturton. Die leicht grobe Oberflächentextur verleiht Motiven eine besondere Tiefenwirkung. Auch die Agave ist eine anspruchslose Pflanze, die in den trockenen Gebieten der Welt wächst. Sie braucht etwa vier Jahre bis zur Ernte. In dieser Wachstumsphase können andere Pflanzen wie Mais oder Bohnen zwischen den Agaven angebaut werden. Damit wirkt der Anbau Monokulturen entgegen und verbessert die Bodenqualität durch die Humifizierung von Ernterückständen.

Wie Hanf benötigt auch die Agave keine Düngemittel oder Pestizide, sowie weniger Wasser als Kulturpflanzen. Die Blätter der Agave können mehrmals im Jahr über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren geerntet werden. Auch hier liegt der Nachteil noch in langen Transportwegen aus den trockenen Anbaugebieten in den Rest der Welt.

Papier- und Druckdienstleister auf der photokina 2020

Welches Papier für welches Fotoprodukt in Frage kommt, hängt übrigens von vielen Faktoren ab und ist letztendlich auch eine Geschmacksfrage. Wichtig zu beachten, nicht nur für FineArt Prints, sind die Anforderungen an das Druckprofil abhängig vom gewählten Papier, um das bestmögliche Druckergebnis zu erzielen.

Neben Hahnemühle stellen auch viele weitere Papierhersteller und Druckdienstleister auf der photokina 2020 aus und beraten Sie gerne zu den vielfältigen Optionen beim Druck von Bildern.

Sichern Sie sich Ihr Ticket zur photokina 2020

Tickets zur photokina 2020 können Sie bequem online in unserem Ticket-Shop erwerben.

Zum Ticket-Shop