photokina: 27.–30.05.2020 #photokina

Was Imaging-Software heute kann – und in Zukunft können wird

19.12.2019

Imaging Software

Ging es in den letzten Jahren im Kamerabusiness stets um Glas, Magnesium und Silizium, beeinflusst heute eine eher unsichtbare Zutat das fertige Bild: Imaging-Software. Egal ob in Smartphones, Kameras oder bei der Bildbearbeitung am Computer - Software gibt den Takt vor und wird in Zukunft noch viel wichtiger werden. Doch was bedeutet das für Fotografen?

Der Stand der Dinge in der Imaging-Software

Halten wir zunächst mal fest: In Sachen Software führen die Handy-Bauer, und zwar deutlich. Knapp gefolgt werden sie von den Anbietern der klassischen Bildbearbeitungssoftware am Rechner. In klassischen Kameras gibt es dagegen große Differenzen: Während einige Hersteller immerhin smarte Filter integrieren oder die Verschlagwortung über Sprach-Memos erlauben, halten andere bereits ein internes HDR für eine Software-Symphonie.

Wacom Imaging Software

Interaktive Stift-Displays von Wacom auf der photokina.

HDRs werden von Smartphones in der Regel immer, automatisch und selbstverständlich erstellt. Längst aber erkennen die Modelle auch, was fotografiert wird – und beschränken sich dabei schon lange nicht mehr nur auf Gesichter. Ein iPhone erkennt zum Beispiel auch Haustiere wie Hasen, Hunde oder Katzen, und passt automatisch die Parameter an. Gleiches gilt natürlich für Sonnenuntergänge oder sogar Sternenhimmel. Porträtlicht, Live-Freistellung mit künstlichem Bokeh oder direkt ein studioreif belichtetes Bild gelingen so heute jedem Amateur.

Insbesondere die intelligente Auswertung von Daten und Erkennung von Motiven sorgt dafür, dass die Smartphone-Fotografen mit Ergebnissen „aus dem Handgelenk“ punkten, während der „Kamera-Fotograf“ alles selbst wissen und einstellen muss. Und auch der Vorteil „ISO“ ist schon lange Makulatur – erstens kann selbst ein Huawei P30 Pro schon ISO 409.600, zweitens werden dank intelligenterer Bildstabilisierung, live-Bildberechnungen oder gar der Verwendung anderer Farbräume die Karten im ISO-Spiel komplett neu gemischt.

Bildbearbeitungssoftware deluxe

Immerhin den Dynamikumfang haben die klassischen Kamera-Fotografen noch als Vorteil, und mit dem geht es an den Computer, rein in clevere Bearbeitungsprogramme. Auch hier steht die Erkennung von Motiven oder Objekten im Fokus: Adobe Photoshop kann beispielsweise mit dem neuen Objektauswahlwerkzeug leichter denn je freistellen. Einen Schritt weiter geht Skylum mit dem Programm Luminar 4: Schon der Vorgänger erkannte Himmel und Umrisse, die 4er-Version ermöglicht es aber, mit einem Klick den Himmel inklusive der Lichtstimmung auszutauschen. Dazu kommt eine intelligente Gesichts-Retusche, die mit einem Klick ein Porträt retuschiert.

Noch weiter geht die Software-Schmiede nur beim Programm Photolemur: Hier lädt der Nutzer nur noch ein Bild hoch, das Programm bearbeitet von allein. Nur die Stärke oder Filter-Effekte können ausgewählt werden. Schneller und nutzerfreundlicher geht es kaum.

Smartphone Fotografie

Auch auf Smartphones ist Imaging-Software nicht wegzudenken.

Die Zukunft der Fotografie

Generell gilt: Was heute auf Computern funktioniert, geht morgen auch am Handy. Ein Trend zeichnet sich bereits jetzt ab und wird sich noch deutlich verstärken: Kameras und Handys werden das Motiv zukünftig bereits während des Fotografierens mit höchster Präzision erkennen und interpretieren, mit welcher Intention wir auf den Auslöser drücken. Auf dem Bild ist ein Fluss? Die Kamera schlägt automatisch eine Langzeitbelichtung vor. Sobald die Technologie die Smartphones erreicht hat, wird sie bald auch in klassischen Kameras folgen.

In etwas weiterer Zukunft liegt die Live-Verbesserung von Bilden: Live-Retusche ist heute noch eher ein Weichzeichner, wird aber schon bald auch präzise korrigieren können. Wenn einem Fotografen der Himmel nicht passt, fügt er einen neuen ein. Stört eine Person im Hintergrund, wird sie live herausretuschiert. Und warum nicht digital die Lichtrichtung und -härte ändern? Das Wetter beeinflussen? Tag zur Nacht machen? Künstliche Intelligenz macht es möglich. Und sie wird es immer automatischer tun – denn der bildermachende Homo Sapiens will schließlich nur ein perfektes Ergebnis und nicht zum Profi ausgebildet werden.

Wo da Kreativität und Können bleiben? Nun, zum einen gehen viele dieser Dinge ja auch heute schon – sie sind nur viel anstrengender. Zum zweiten bleibt immer noch der Weg in Kunst und Kreativität; zum Beispiel mit einer analogen Kamera, also mit natürlicher Intelligenz.

Imaging-Software auf der photokina 2020

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