photokina: 08.–11.05.2019

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Butterkekse 4.0

Wer ein scheinbar simples Produkt wie einen Butterkeks in der Hand hält, erwartet eher nicht, dass bei seiner Herstellung Imaging-Technologien eine wichtige Rolle gespielt haben. Doch für die Optimierung zahlreicher Herstellungsprozesse und im Alltag liefert die Imaging-Industrie inzwischen wichtige Schlüsseltechnologien.

Die so genannte „industrielle Bildverarbeitung“ erkennt mit Hilfe hochwertiger Kameras und der zugehörigen Auswertungssoftware, die Qualität von Oberflächen ebenso wie beispielsweise die Farbe und warnt, wenn während der Produktion etwas nicht den vorgegebenen Standards entspricht. Butterkekse etwa werden während der Fertigung gefilmt und von einer Software auf Intaktheit geprüft. Zerbrochenes Backwerk wird aussortiert und Konsumenten erhalten Kekse, die den optischen Qualitätsvorgaben entsprechen. „Verbesserte Qualität, höhere Zuverlässigkeit, mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sind Eigenschaften, die nicht nur in der industriellen Fertigung gefragt sind”, fasst Christian Müller-Rieker, Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbandes (PIV), zusammen.

Kein Wunder also, dass die Bildverarbeitungsindustrie in Deutschland und Europa seit Jahren Umsatzrekorde und Wachstum meldet. Innerhalb der zehn Jahre von 2005 bis 2015 hat sich der Umsatz der Branche verdoppelt. „Wir erwarten, dass der Trend weiter aufwärts geht, denn Maschinen und Roboter lernen erst mit Bildverarbeitungssystemen zu sehen und diese Schlüsselqualifikation wird immer wichtiger”, kommentiert Christian Müller-Rieker. Durch höhere Auflösungen der Kameras, mehr Prozessorleistung und ständige Weiterentwicklung der Software steigt, die Leistungsfähigkeit von Bildverarbeitungssystemen rapide an.

In der sich anbahnenden „Industrie 4.0“ unterstützen Imaging-Systeme die Prozessoptimierung für die produzierenden Maschinen, indem sie erkennen helfen, wann eine Wartung nötig ist. Schleichende Verschlechterungen im Produktionsprozess werden dank der Kopplung von optischen Systemen und Qualitätsvorgaben frühzeitig erkannt. Auch im Bereich öffentlicher Infrastrukturen hilft die automatisierte Selbstbeobachtung bereits bei der Wartung. Der Londoner Public Transport etwa setzt ein Schienenüberwachungssystem ein, bei dem zwei speziell für diese Aufgabe entwickelte Kameras direkt vorne an die Personenzüge montiert sind. Sie sammeln kontinuierlich Daten, die nachts von einem Bildverarbeitungssystem ausgewertet werden und den Betreibern Hinweise darauf geben, welche Schienen repariert oder ausgetauscht werden müssen.

Bildverarbeitung ist eines der zentralen Themen der photokina 2018 vom 26. bis 29. September 2018 in Köln. Aussteller mit diesem Schwerpunkt finden Sie ab Ende Juli in unserer Ausstellersuche.